Mitgliederversammlung mit Vortrag

Am Freitag, 21. April 2017, findet um 18 Uhr im Stauffenberg-Schloss in Albstadt-Lautlingen die Mitgliederversammlung der Heimatkundlichen Vereinigung Zollernalb 2017 statt. Auf der Tagesordnung stehen neben dem Bericht des Vorsitzenden und dem Kassenbericht die turnusgemäßen Wahlen von Vorstandschaft und Ausschuss. Musikalisch umrahmt wird die Mitgliederversammlung von Eva Ivanova-Diatlova, Traversflöte, und Miguel Bellas, Laute.
Im Anschluss an den offiziellen Teil der Mitgliederversammlung erfolgt um 19 Uhr ein Vortrag im Rahmen des diesjährigen Schwerpunktthemas der Heimatkundlichen Vereinigung „Reformation“. Das Vortragsthema von Privatdozent Dr. Christian Jörg lautet „Der Balinger Gelehrte Gregor Reisch (ca. 1470 -1525) – Kartäuser, Humanist und Zeitgenosse Luthers“.
Gregor Reisch gehört zu den herausragenden Gelehrten seiner Zeit und wurde insbesondere für seine Margarita Philosophica („Perle der Philosophie“) von seinen Zeitgenossen gerühmt. Vermutlich 1470 in Balingen geboren, besuchte er seit 1487 die Universität in Freiburg im Breisgau, wo er dann selbst lehrte. Sein Hauptwerk schloss er wohl bereits 1496 ab, ein erster Druck entstand 1503 in Freiburg, mehrere Nachdrucke und bearbeitete Ausgaben folgten, darunter vor genau 500 Jahren die 1517 erschienene und letzte von Reisch selbst betreute Basler Fassung der Margarita Philosophica, dem im 16. Jahrhundert am weitesten verbreiteten Lehrbuch der Philosophie. Reisch wurde 1503 Prior des Freiburger Kartäuserklosters. Er stand mit zahlreichen Gelehrten der Zeit wie Erasmus von Rotterdam oder Johannes Reuchlin in Verbindung. Enge Kontakte pflegte er mit den Habsburgern, von denen ihn vor allem Kaiser Maximilian I. förderte. Gewöhnlich wird Reisch als eher konservativer Reformer aufgefasst, der den Thesen Luthers ablehnend gegenüberstand. Mit Gregor Reisch lässt sich exemplarisch die Gestalt und Karriere eines Gelehrten im deutschen Südwesten in einer von vielfältigen Reformströmungen und politisch-religiösen Umbrüchen gekennzeichneten Epoche verfolgen.

Privatdozent Dr. Christian Jörg, von 2014 bis 2016 am „Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften“ an der Eberhard Karls Universität Tübingen tätig, versieht seit Oktober 2016 die Vertretung der Professur „Europa im Mittelalter und in der frühen Neuzeit“ an der Technischen Universität Chemnitz.

 



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