Tag der Archive: Kommunikation - Depesche bis Tweet

Samstag, 7.3. und Sonntag 8.3.2020: Tag der Archive: Kommunikation. Von der Depesche bis zum Tweet.

Samstag, 7.3.2020: Stadtarchiv Albstadt

14.00 – 17.00 Uhr. Stadtarchiv Albstadt, Johannesstraße 5, Albstadt-Ebingen.

 

Sonntag 8.3.2020: Kurzvorträge und Ausstellung im Kreisarchiv Zollernalbkreis:

15.00 – 16.30 Uhr, Balingen, Landratsamt Zollernalbkreis (Sitzungssaal), Hirschbergstr. 29, Eintritt frei.

Dr. Yvonne Arras: Von Winden und anderen Nach-Draußen-Verbindungen

Nur wenige Wege verblieben klausurierten Klosterfrauen im Mittelalter, um mit Menschen jenseits der Klostermauern in Kontakt zu treten. Der Vortrag nimmt die Möglichkeiten in den Blick, die Nonnen hierfür zur Verfügung standen. Winden sind nicht nur die vielleicht bekannteste Vorrichtung, mithilfe derer die Frauen Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte sprechen konnten. Die zylinderförmigen Drehladen gewährten den Konventsmitgliedern zudem den größtmöglichen Kontakt mit der Außenwelt. So ließen sich durch die Holztrommeln sogar kleine Gegenstände hindurchreichen. Und einer wenigen Zentimeter großen Aussparung in den Wänden der Trommel war selbst schemenhaftes Sehen des Gegenübers zu verdanken. Derart „intensive“ Verbindungen nach draußen, in die Welt jenseits des Klausurgevierts, ließ kein anderes Kommunikationsmittel zu, das Nonnen zur Auswahl stand. Redefenster zum Beispiel waren nur dem Namen nach Fenster. In Wirklichkeit handelte es sich um blickdicht vergitterte Maueröffnungen. Ebenso vergittert und damit undurchsichtig – und für die Frauen als Insassinnen des sogenannten inneren Klosters überdies unerreichbar – waren Tore im äußeren Kloster, durch welche große Gegenstände in die Gebäudetrakte gelangten. Neben der Kommunikation über die Sprache konnten Briefe zwar nur das verschriftliche Wort und nur wie auf einer Einbahnstraße transportieren; Dialog und unmittelbarem Austausch versagte sich das Schriftmedium. Aus heutiger Sicht jedoch, stellt sich diese Art der Äußerung als die aufschlussreichste heraus. Denn solchen Dokumenten sind nicht nur Einzelheiten über die restriktive Lebensweise, Stimmungen und Gedanken der Frauen zu entnehmen. Durch die Tatsache, dass Nonnen bisweilen sogar ihre Kommunikationsmittel beschrieben, haben Wissenschaftler zugleich Kenntnisse über den Gebrauch der wenigen kommunikativen Wege erhalten, die vom Inneren eines klausurierten Klosters nach draußen führen.

Dr. Michael Walther: Vom Kalender zur Entstehung des modernen Zeitungswesens

Um das Jahr 1540 entstand in Nürnberg ein Medium, das bis ins 17. Jahrhundert hinein für viele Menschen der einzige Zugang zu weltlichen Lesestoffen darstellen sollte: Die sogenannten „Schreibkalender“ waren kleine Heftchen mit kalendarischen Inhalten. Außerdem enthielten sie zusätzlich unbedruckte Seiten für persönliche Notizen der Kalenderbesitzer, sowie Inhalte, die zur Unterhaltung und Bildung der Bevölkerung dienten. Die ersten periodisch erscheinenden Zeitungen im deutschsprachigen Raum entstanden dann zu Anfang des 17. Jahrhunderts. Über zwei Jahrhunderte hinweg existierten diese beiden „Massenmedien“ nebeneinander. Erst im 19. Jahrhundert begannen die Wochen- und Tageszeitungen langsam den Kalender in seiner Funktion als Informationsmedium zu ersetzen. Der Vortrag beschäftigt sich u.a. mit den Voraussetzungen, die für die Entstehung und Entwicklung von Schreibkalendern und Zeitungen von Bedeutung waren.

Dr. Andreas Zekorn: Die Metzgerpost in der Frühen Neuzeit

Mit der Metzgerpost wird eine frühe Form der Beförderung und Zustellung von Post- und Paketsendungen durch herumziehende, Vieh kaufende Metzger bezeichnet. Dieser Kommunikationsweg ist heute kaum mehr bekannt, war aber in der Frühen Neuzeit unter anderem in Württemberg und den hohenzollerischen Fürstentümern die übliche Form der Postbeförderung, zu der die Metzger sogar verpflichtet waren. In Hohenzollern-Sigmaringen gab es bis 1819 keine andere Postbeförderung. In Württemberg und Hohenzollern-Hechingen gab es dagegen, insbesondere seit Mitte des 18. Jahrhunderts auch die Kaiserliche, d.h. Thurn und Taxis’sche Post.

 

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