Dr. Kleinbach: NS-Propagandafilm Wunschkonzert

 
MITTWOCH, 3.11.2021 FILMABEND
Dr. Karl Kleinbach: Goebbels Wunschkind – Der NS-Propagandafi lm „Wunschkonzert“ (1940, Regie Eduard von Borsody) mit anschließendem Filmgespräch (zusammen mit dem AK „Wüste“ Balingen)
 
Am 31. Dezember 1940 notiert Goebbels in sein Tagebuch: „Gestern Premiere des ‚Wunschkonzerts‘ …. Der Film findet stürmischen Beifall. Ich freue mich umso mehr darüber, als seine Idee von mir stammt. Das haben wir mal wieder gut gemacht.“  Er war überzeugt davon, mit Medien mehr Einfluss zu gewinnen als mit direkter politischer Propaganda. Mit seiner Mischung aus Zerstreuung durch harmlos-volkstümliche Unterhaltung und Propaganda hat der Film deshalb Modellcharakter für das NS-Kino. Mit 26 Millionen Zuschauern ist es der zweit erfolgreichste Film der NS-Filmindustrie.

Die populäre Radiosendung „Wunschkonzert für die Wehrmacht“ gab es tatsächlich. Sie wurde mit Kriegsbeginn jeden Sonntag um 15 Uhr im Radio aus dem Großen Sendesaal an der Berliner Masurenallee übertragen. Hier wurde eine Front der Gefühle durch die Gleichschaltung des Radio-Tons mobilisiert. Denn wer das gleiche Programm der Wunscherfüllung von Narvik bis Neapel einschaltet, wird medial Teil der Volksgemeinschaft.  Die Radio-Sendung will überzeugen, „dass man sehr wohl Krieg führen und seine Pflicht tun kann, ohne den Kopf hängen zu lassen und den Humor und die gute Laune zu verlieren“ (Goebbels).

Der Film übernimmt die Mittler-Aufgabe des Gemeinschaftsgefühls von der erfolgreichen Radiosendung. Er rückt „uns die kämpfende und siegende Front näher …. Er hat uns auf den Straßen im Osten und Westen mitmarschieren lassen. Ist nicht der Film ‚Wunschkonzert‘ das schönste Beispiel hierfür? Hier schwingt der Gleichklang der Herzen, der Front und der Heimat, des ganzen Volkes“. So heißt es in der Filmwelt 12/1940. Durch die Verwendung von Filmmaterial aus dem Spanischen Bürgerkrieg (1936-39), der Deutschen Wochenschau, sowie Ausschnitten aus Riefenstahls Olympia-Film von 1936 suggeriert der Film eine Art Scripted Reality und ist ein frühes Beispiel von Pop-Kultur mit gewissen Kontinuitätslinien bis weit hinein in die Bundesrepublik Deutschland.Am 31. Dezember 1940 notiert Goebbels in sein Tagebuch: „Gestern Premiere des ‚Wunschkonzerts‘ …. Der Film findet stürmischen Beifall. Ich freue mich umso mehr darüber, als seine Idee von mir stammt. Das haben wir mal wieder gut gemacht.“  Er war überzeugt davon, mit Medien mehr Einfluss zu gewinnen als mit direkter politischer Propaganda. Mit seiner Mischung aus Zerstreuung durch harmlos-volkstümliche Unterhaltung und Propaganda hat der Film deshalb Modellcharakter für das NS-Kino. Mit 26 Millionen Zuschauern ist es der zweit erfolgreichste Film der NS-Filmindustrie.

Die populäre Radiosendung „Wunschkonzert für die Wehrmacht“ gab es tatsächlich. Sie wurde mit Kriegsbeginn jeden Sonntag um 15 Uhr im Radio aus dem Großen Sendesaal an der Berliner Masurenallee übertragen. Hier wurde eine Front der Gefühle durch die Gleichschaltung des Radio-Tons mobilisiert. Denn wer das gleiche Programm der Wunscherfüllung von Narvik bis Neapel einschaltet, wird medial Teil der Volksgemeinschaft.  Die Radio-Sendung will überzeugen, „dass man sehr wohl Krieg führen und seine Pflicht tun kann, ohne den Kopf hängen zu lassen und den Humor und die gute Laune zu verlieren“ (Goebbels).

Der Film übernimmt die Mittler-Aufgabe des Gemeinschaftsgefühls von der erfolgreichen Radiosendung. Er rückt „uns die kämpfende und siegende Front näher …. Er hat uns auf den Straßen im Osten und Westen mitmarschieren lassen. Ist nicht der Film ‚Wunschkonzert‘ das schönste Beispiel hierfür? Hier schwingt der Gleichklang der Herzen, der Front und der Heimat, des ganzen Volkes“. So heißt es in der Filmwelt 12/1940. Durch die Verwendung von Filmmaterial aus dem Spanischen Bürgerkrieg (1936-39), der Deutschen Wochenschau, sowie Ausschnitten aus Riefenstahls Olympia-Film von 1936 suggeriert der Film eine Art Scripted Reality und ist ein frühes Beispiel von Pop-Kultur mit gewissen Kontinuitätslinien bis weit hinein in die Bundesrepublik Deutschland.

19.00 Uhr, Balingen, Landratsamt Zollernalbkreis (Sitzungssaal), Hirschbergstr. 29, Eintritt frei
Der Zugang ist nur mit Mund-Nasen-Bedeckung und 3-G-Nachweis möglich (geimpft, genesen, getestet)
 
 

 

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